Der eingefleischte Vegetarier
"Ich sag' es Dir: ein Kerl, der spekuliert,
ist wie ein Tier auf dürrer Heide,
von einem bösen Geist im Kreis herumgeführt,
und rings um liegt schöne, grüne Weide. "Nach langer lebensbedrohlicher Krankheit reist
Goethe 1770 nach Straßburg, um sein Jurastudium abzuschließen. Dort lernt der
angehende Rechtsanwalt seine erste große Liebe, die Pfarrerstochter Friederike
kennen. Doch 1772 scheitert der frisch verliebte Goethe mit seiner revolutionären
Dissertation über die Zehn Gebote, die leichtfertig als Narretei des jungen
Goethe abgetan wird.
Mehrmals versucht der junge Jurist eine neue Dissertation
einzureichen und promoviert schließlich zum Lizentiaten der Rechte. Der Druck
seiner Arbeit "De Legislatoribus" wird ihm jedoch wegen des Verdachts der Ketzerei
vorsichtshalber nicht gestattet. In dieser Zeit trifft der übereifrige Student
auf den reformierten Pfarrer Johann Caspar Lavater, mit dem er fürderhin
über 10 Jahre hartnäckig korrespondiert. 1782 schreibt der freiheitsliebende
Protestant Goethe an seinen gutmütigen Freund, der ihn zur Widerlegung des Christentums
auffordert:
"Du nennst das Evangelium die göttlichste Wahrheit?
Mich würde eine vernehmliche Stimme aus dem Himmel nicht überzeugen, dass das
Wasser brennt und das Feuer löscht und ein Weib ohne Mann gebärt und ein Toter
aufersteht; vielmehr halte ich dies für Lästerungen gegen den großen Gott und
seine Offenbarung in der Natur. In diesem Glauben ist es mir ebenso heftig ernst
wie Dir in dem Deinem."
Und schlußendlich gelingt es Goethe über die Entdeckung
des Zwischenkieferknochens doch noch das
Bindeglied zwischen Mensch und Säugetier nachzuweisen. Eine Theorie, die 100
Jahre zuvor leicht zusammen mit ihrem Autor auf dem Scheiterhaufen hätte
enden können. Der Dichterfürst will mit seiner Theorie wieder einmal
doktorieren. Am Tage der Entdeckung, jenem 27. März 1784 schreibt er voller
Freude an Frau von Stein: "
Es ist mir ein köstliches Vergnügen
gewesen, ich habe eine anatomische Entdeckung gemacht, die wichtig und schön
ist, Du sollst auch Dein Teil dran haben. Sage aber niemand ein Wort."
In einem anderen Brief freut sich der Dichterfürst:
"
Ich habe gefunden weder Gold noch Silber, aber
was mir unsägliche Freude macht - das Os intermaxillare am Menschen! Ich
verglich Menschen und Tierschädel, kam auf die Spur und siehe, da ist es...
es ist wie der Schlußstein zum Menschen, fehlt nicht, ist auch da...."
Was war passiert?
Das Universal-Genie hatte einen Widerspruch in
der Behauptung gesehen, daß Wiederkäuer einen Zwischenkieferknochen haben
sollen, obwohl sie keine oberen Schneidezähne besitzen, währenddessen der
Mensch über obere Schneidezähne verfügt, sich aber keines Zwischenkieferknochen
rühmen kann?
Da konnte doch etwas nicht stimmen!
Wenn man genau hinsah, konnte man die Nahtstellen
des Zwischenkieferknochens, der eingewachsen schien, erkennen.
Das war die Lösung!
Doch der spätere begeisterte Hauptförderer
der Dr. Senckenberg Stiftung, die heute das wichtigste Naturkundemuseum in Deutschland
besitzt und in direkter Nachbarschaft zur Goethe Universität in Frankfurt
liegt, stößt auf Unverständnis bei der Wissenschaftselite, weil er seiner
Zeit 200 Jahre vorausdenkt. Die ganze Angelegenheit ist ihm höchst unangenehm,
und er hält sie geheim.
Als Goethe eines Tages zufällig am Strand
von Venedig den Schädel eines Schafes findet, folgert er richtig, daß
dieser sich aus Wirbeln der Wirbelsäule zusammensetzen müsse. Diese
Theorie wird später unter dem Namen Goethe-Onkensche Wirbeltheorie bekannt
werden. Später läßt sich Professor Blumenbach doch noch überzeugen und
entschuldigt sich bei Goethe.
So war es auch wieder einmal Goethe, der die Farbenblindheit
beim Menschen als erster entdeckte und sich intensiv mit farbenblinden Menschen
beschäftigte:
"Wenn man die Unterhaltung mit ihnen [den Farbblinden]
dem Zufall überläßt und sie bloß über vorliegende Gegenstände befragt, so gerät
man in die größte Verwirrung und fürchtet wahnsinnig zu werden."
Menschen der Antike kannten offenbar kein Blau,
sondern unterschieden lediglich zwischen Rot und Grün. Für Aristotles
war der Himmel schwarz und der Regenbogen 3farbig. Das heutige Farbensehen hat
sich scheinbar erst vor relativ kurzer Zeit spontan entwickelt. Der für die Farbenblindheit verantwortliche
Gendefekt beweist, daß Evolution und Degeneration spontan geschehen können.
Beispielsweise wird bei Blinden spontan der Hörsinn besser und es gibt Blinde,
die -wie die Fledermaus- gelernt haben, mit der Zunge zu schnalzen, um sich
am Echo zu orientieren. Der spontanen Degeneration eines Wahrnehmungssinns steht
also die spontane Evolution eines konkurriernden Sinns entgegen !
Nach Meinung der Darwinisten soll der prinzipiell
Stärkere überleben. Schwache sollen gemäß natürlicher Selektion lieber aussterben.
Darwin begründet dies beispielsweise mit Erfolgen bei der Viehzucht, glaubt
den Perfektionismus bis ins Unendliche treiben zu können und kann kaum verstehen,
warum schwache Menschen überhaupt am Leben gehalten werden.
Schließlich schade dies der Evolution.
Doch die Degeneration steht der Evolution unerbittlich
gegenüber! Denn aus dem Fittest wird schnell ein Loser, wenn sich die Umgebungsbedingungen
ändern und statt Survival of the Fittest gilt plötzlich der Grundsatz Survival
of the Luckiest !
Evolution und Degeneration sind die zwei Seiten einer Gold-Medaille !
So läßt eine Hungersnot die direkten Nachfahren schrumpfen und früher sterben. Die Information über die Hungersnot bewirkt eine spontane Degeneration.
Beim vorderzahnlosen Elefant -der 6mal zahnt- hat sich der Eckzahn in Millionen von Jahren evolutionär zum Stoßzahn, der als hochsensibles Mikrofon dient, weiterentwickelt und eigentlich müßte der Stoßzahn "Hörzahn" heißen. Die langen Stoßzähne, die keinen Zahnschmelzmantel besitzen, ermöglichen ihm über viele Kilometer mit Artgenossen heimlich mit Infraschall zu kommunizieren. Die Schwingungen werden sowohl über die Luft als auch durch das Erdreich transportiert. Laut trompetet wird nur im Falle der Gefahr, damit es jeder hören kann, nach dem Motto:
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